Copyright by Aquarienverein “ Kampffisch “ Dresden e. V. Gewidmet meinem langjährigen aquaristischen Weggefährten                                                                                        und Freund Günter Wagner  (29.03.1930 -03.12.2011) Bernd Schwabe                                            Der „Kampffisch“ im Rampenlicht        Ein Abriss der Geschichte Dresdner Aquarienausstellungen nach 1945 Im eben vergangenen Jahr, vom 1. bis zum 22. Oktober 2011 setzten wir uns einen Höhepunkt unserer  Vereinsarbeit und führten unsere 4. Große Ausstellung >>AQUARISTIK im Gewölbe<< in der Unterwelt des  Eiswurmlagers der ehemaligen Brauerei „Felsenkeller“ am Eingang des Plauenschen Grundes durch. Wir setzen  damit eine lange und gute Tradition von Aquarienausstellungen im Nachkriegsdresden fort. Als Hochburg der  Aquaristik gab es schon zu Beginn der 1900’er Jahre auch aquaristische Ausstellungen. In den 1920’er Jahren, mit  seinem Vereinsgründungsboom, führten selbst die kleinsten Vereine ihre eigenen Ausstellungen durch. Aber es gab  auch zum Zwecke der Durchführung größerer Schauen zeitliche Zusammenschlüsse. So sind z.B. derartige  Vivarium- Schauen überliefert vom Ausstellungszentrum am Großen Garten und vom Herzogin Garten. Hier gab  es schon Bewertungsschauen unseres Wappenfisches Betta splendens und anderer Labyrinthfische. Weltweit hat  aber die Ausstellungstradition der Aquarianer schon um Jahrzehnte eher begonnen. Auf der Weltausstellung 1851  in London wurden erstmals Aquarien gezeigt. Glasscheiben wurde mittels Gusseisenrahmen halt gegeben. Die  Bezeichnung Aquarium hat sich erst nach 1853, dem Erscheinungsjahr eines Fachbuches von Philip Henry GOSSE  durchgesetzt. Den Siegeszug der Aquaristik und damit auch der diesbezüglichen Ausstellungen hat aber der  Tharandter Forstprofessor Emil Adolf ROßMÄßLER in Gang gesetzt. Sein Beitrag „Die Bunte Welt im Glase“ in  der Jugendzeitschrift „Die Gartenlaube“ entfachte helle Begeisterung für die Haltung heimischer  Wasserlebewesen. Abgesehen vom Goldfisch, konnte ROßMÄßLER in seiner Schrift nur auf einheimische Arten  verweisen, - Exoten warteten noch auf ihren Siegeszug in den Aquarien. Als revolutionärer Denker vergessen,  kann er aber mit Fug und Recht als >>Vater der Aquarienkunde<< bezeichnet werden. Wir würdigten ihn als  solchen, indem wir unsere 1. Ausstellung „Aquaristik im Gewölbe“ 2005 seinem Andenken widmeten.  Die 2. und 3. Schau (2007 und 2009) wurde Carl von LINNÉ und Charles Robert DARWIN gewidmet. Unsere 4.  Ausstellung heuer im Jahre 2011 widmeten wir unserem Verein, der in diesem Jahr 85 Jahre lang ununterbrochen  besteht. Und in diese Würdigung sind alle die aktiven Vereinsfreunde eingeschlossen, die unseren „Kampffisch“  vorangebracht haben und durch ihren Fleiß eine neue Ausstellungstradition mitbegründeten. Hier können Namen  wie Felix LEISTNER, Otto WINKLER Johannes FRANZ und Dieter KADEN genannt werden, aber auch Günter  WAGNER kann hier stehen, - der Mann, dem ich diese Zeilen, in Erinnerung an sein stetes positives Wirken für  den Verein und seinen Einsatz während der letzten Ausstellung widme. Nicht vergessen möchte ich Johannes  EGER, der 1951 den Verein (Fachgruppe) „Aquarienkunde Dresden – West (ein Teil des heutigen AV  „Kampffisch“) gründete und unter seiner Leitung die nachweislich erste Aquarienausstellung, nach dem  verheerenden Weltbrand, 1952 im Haus des Handwerks in Dresden- Loschwitz in der Villa Sankt Remo  veranstaltete. Man muss sich vorstellen, dass zu diesem Zeitpunkt noch das Rasseln der Loren und das Hämmern  der Trümmerfrauen durch das fast völlig zerstörte Dresden hallte, wie sich doch mit dieser Aquarienausstellung der  Lebenswille- und Mut der Dresdner offenbarte. Wenig konnte an Zuchtmaterial in die friedliche neue Zeit gerettet  werden und die meisten Aquarien gingen wohl in den Schreckensnächten des 13. und 14. Februar 1945 zu Bruch,  aber dennoch, die sehr zahlreich erschienenen Besucher sahen in den Akkubehältern, Gurkengläsern,  aufgeschnittenen Fässern, Emailleaschen  und einigen wenigen verschont gebliebenen Rahmenbecken das  Weiterleben einer jahrzehntelangen aquaristischen Tradition, die bald durch das Wirken der Kulturbund-  Fachgruppen zu neuer Blüte kam. Das traf auch für die Aquaristikausstellungen zu. In den späten 1950er und  frühen 1960er Jahren gab es durch die  Vereine Dresdens (bis 1989 waren es immerhin 9 an der Zahl) einige kleine  und kleinste Aquarienschauen. Eine dieser Schauen wurde Ende der 50er Jahre in einer Schule am Wasaplatz von  der FG „Aquarienkunde- West (dem späteren Verein „FG Aquarienkunde SKALAR“) durchgeführt. In mehr als 40  Aquarien tummelte sich wieder ein breites Spektrum schönster Zierfische und es gab auch wieder die ersten  Terrarien zu bewundern. 1962 gab es im Wallpavillon des Dresdner Zwingers eine Aquarienschau mit, für  damalige Zeiten, unglaublichen Besucherrekord. Ausstellungsleiter waren Johannes FRANZ und Dieter KADEN  als Leiter der ausrichtenden Fachgruppen „Aquarienkunde Dresden-West“ und „Kampffisch“. 1965 lud die FG  „Wasserrose“ im Frühsommer zur 1. Mollyschau der DDR in das Pillnitzer Palmenhaus ein. Am selben Ort gab es  vom 27.08. bis 25.09. 1966 in 60 Becken eine „Fundulenschau“ der FG „Aquarienkunde Dresden- West“, welche  wiederum unter Leitung von Johannes FRANZ durchgeführt wurde. Unter der Leitung von Dieter KADEN gab es  dann zwei Jahre später im Pillnitzer Palmenhaus vom 18.08. bis 08.09. 1968 die „IV. Internationale Guppy-  Schau“ mit Rahmenschau dekorativer Schaubecken.   Unter dem Motto „Zierfische – Hobby – Erholung“ wurde 1974 in Pillnitz erstmals eine Aquarienshow von bisher  nicht gekannter Dimension gezeigt. Ein ganzer Flügel der Orangerie war ausgefüllt mit Schauaquarien- und  Terrarien und hatte auch Platz für die IV. „DDR- Xipho- Schau“. In den Monaten Juli und August, - während der  Sommerferien, zog es tausende Besucher des Pillnitzer Schlossparks auch in diese sehenswerte Ausstellung der  Dresdner und Pirnaer Fachgruppen. Dieser Erfolg ermunterte zu der Idee, dieser Schau aller vier Jahre eine  Fortsetzung folgen zu lassen. Im Sommer 1978 war das mit „Die Bunte Welt der Zierfische“ die erste Fortsetzung  wiederum in der Orangerie des Schlosses Pillnitz. Auch dort, sahen im Sommer 1982 viele Pillnitz- Besucher und  Aquarianer aus der ganzen Republik eine weitere große Show, die wie ihre Vorgängerinnen 4 Wochen ihre Pforten  geöffnet hielt. 1985 und 1988 zeigte die FG „Wasserrose“ in ihrem damaligen Veranstaltungslokal, dem  Pflegeheim Dresden- Zschachwitz zwei kleine, aber feine Ausstellungen. In anderer Größenordnung gab es im  Folgejahr in Pillnitz in der Orangerie die Schau „VIVAristik’86 mit der „XX. Jubiläums- Guppy- Schau der DDR“.  Vom 28.Juli bis zum 3. August 1986 gab es dort wohl den Höhepunkt der Pillnitzer Zierfischschauen. Es war das  Meisterwerk der Dresdner und Pirnaer Aquarianer und wie in den Vorjahren unter der Leitung von Dieter KADEN  und Udo TEICH- und die Fachzeitschrift „Aquarien – Terrarien“ widmete, wie bei den vorangegangenen  Ausstellungen, den größten Teil eines ihrer Hefte dieser unserer Ausstellung. Keiner der damaligen Akteure, der  vielen begeisterten Besucher und die „AT“ - Redaktion konnten ahnen, dass es die letzte Ausstellung an diesem  traditionsreichen Ort in Pillnitz sein würde. Ehe es zur Fortführung 1990 kam, hatten neue Herren das Sagen und  die ließen ihre Muskeln spielen und verwiesen uns des Platzes. Da dies kurzfristig geschah, konnten unsere  zahlreichen Becken und das viele Zubehör, was unter dem Dach der Orangerie und im benachbarten ehemaligen  Pferdestall eingelagert war, leider nur den Weg in den Container finden. Begründet wurde unser damaliger  Rausschmiss mit benötigter Lagerfläche, die noch nach 10 Jahren so leer stand, wie wir sie verlassen haben. Ehe es  aber zu einer 16jährigen Ausstellungspause kam, setzte der Verein (FG) „Kampffisch“ noch ein Glanzlicht  besonderer Art. Ungetrübt und unbeeinflusst von den Zeichen der neuen Zeit sorgte unser Verein im Sommer 1989  für einen vivaristischen Paukenschlag. Im Stadtbezirkskulturhaus „August Bebel“ am Wasaplatz in Dresden-  Striesen gab er der „IX“. und letzten „DDR- Molly- Schau“ einen glanzvollen Rahmen. Vom 15. – 29. 07. 1989   wurde ein letztes Mal in Dresden Zeugnis vom hohen Stand der Aquaristik in der DDR abgelegt. Der Autor dieser  Zeilen war damals noch Leiter der FG >>Aquarienkunde „SKALAR“ Dresden- West<< und war als Besucher von  dieser letzten beeindruckenden Schau des Schwestervereins begeistert. Doch sollte es das gewesen sein? Dem  Vereinssterben nach der Wende getrotzt, vereinigten sich die Aquarianer der FG „SKALAR“ und der FG  „KAMPFFISCH“ 1991, unter Beibehaltung des älteren traditionsreichen Namens zum Aquarienverein  „Kampffisch Dresden  e. V.“. Nach anfänglichen Schwierigkeiten kam der Verein Mitte der 1990er Jahre wieder in  vollen Schwung und erste Rufe nach einer Aquarienausstellung wurden wach. Wir versuchten es jedoch zunächst  erst einmal mit der Wiederbelebung unserer Zierfischbörsen. Unser neues Vereinslokal „Haus der Begegnungen“  war zu damaliger Zeit der beste Platz dafür. Erst im 16. Nachwendejahr war es soweit, dass wir an das Fortleben  unserer Dresdner Ausstellungstradition denken konnten. Und das erst, nach dem unser Vereinsfreund Michael  BARNASIOW nach längerer Suche einen geeigneten Raum für eine größere Ausstellung gefunden hatte. Das  Gewölbe des Eiswurmlagers der ehemaligen Brauerei „Felsenkeller“ im Plauenschen Grund bot genau das, was  wir für eine publikumswirksame Schau brauchten. Da wir uns als Verein „Kampffisch“ offenbar zu schwach auf  der Brust fühlten, suchten und fanden wir mit unserem damaligen Schwesterverein „Wasserrose“, - ebenfalls mit  guter Ausstellungstradition behaftet, einen geeigneten Partner. Diese 1. Große Ausstellung „AQUARISTIK im  GEWÖLBE“ hatten dann auch den geforderten Erfolg um unsere Ausstellungstradition neu aufleben zu lassen. Der  damalige Ausstellungsleiter (aus dem AV „Wasserrose“) allerdings hatte daran nicht unbedingt den größten Anteil.  Sein seinerzeitiger    Stellvertreter Uwe ISRAEL sprang in die Breche und weil er es so gut gemacht hatte, wurde er für die Show 2007  zum Ausstellungsleiter bestimmt. 2009 und 2011 hieß der Ausstellungsleiter Pitt GUDDAT. Von Jahr zu Jahr  wurden unsere Ausstellungen besser, was uns nicht zuletzt auch der Präsident unseres Verbandes VDA Dr. Stefan  HETZ bestätigt hat. Wir sind stolz darauf, an die Traditionen der DDR- Aquaristikausstellungen mit höherer  Qualität und Quantität anschließen zu können. Das wiegt umso schwerer, da wir unsere 4. Ausstellung im  „Felsenkeller“ ohne Partner durchführen mussten und nicht jeder unserer Vereinsfreunde ausgeschlafen hatte. Hier  auf unserer neuen Homepage geben Bilder der Galerie, Gästebucheinträge und ein (kommender) Bericht Einblicke  in unsere 2011er Show. Ja, der Verein „Kampffisch“ und unser Wappenfisch Betta splendens der Kampffisch  stehen dort im Rampenlicht und das durch die Einsatzfreude der Vereinsfreunde, die sicher auch im Herbst 2013 zu  ihrer 5. Großen Ausstellung in den „Felsenkeller“ einladen werden.   Die gute Dresdner Ausstellungstradition, begründet 1952 und 2005 neu belebt, wird auch in Zukunft ihre  Fortsetzung finden.              Text: Bernd Schwabe / Ehrenvorsitzender